Erst Debrief, dann Status 1.
Ein kurzes, geführtes Debriefing auf der Rückfahrt. Anonym, in zwei Minuten, auf dem Diensthandy des Fahrzeugs. Was eine Besatzung erlebt, wird für die ganze Wache sichtbar.
Nach Status 8, bevor der nächste Einsatz kommt: zwei Minuten Debrief auf der Rückfahrt.
Nicht jeder muss jeden Fehler selbst machen. Und was gut läuft, dürfen alle wissen.
Erfahrung bleibt im Fahrzeug
Nach einem Einsatz geht es meist direkt weiter. Was eine Besatzung gelernt hat, bleibt bei ihr und ist mit dem Schichtwechsel weg.
Kaum Nachbesprechung
Im Rettungsdienst wird nach Einsätzen selten strukturiert nachbesprochen. Gute wie schlechte Erfahrungen gehen verloren.
Probleme werden spät sichtbar
Meist fällt etwas erst auf, wenn es schiefgegangen ist. Dann wird reaktiv geregelt, statt früh gegenzusteuern.
Gutes bleibt unbemerkt
Was gut funktioniert, wird fast nie bewusst gemacht. Damit wird es auch nicht an andere weitergegeben.
Was sich im Cockpit bewährt hat
In der Luftfahrt gehört das Debriefing nach jedem Flug dazu. Kleine Beobachtungen werden gesammelt, bevor daraus ein großes Ereignis wird.
- Debriefing
- Nach jedem Flug: Was lief gut, was machen wir beim nächsten Mal anders? Kurz, sachlich, Routine.
- Safety Management
- Kleine Abweichungen werden gesammelt und ausgewertet. Häufungen fallen früh auf, und es wird gehandelt, bevor etwas passiert.
- Just Culture
- Gefragt wird nach Ursachen, nicht nach Schuldigen. Nur so wird offen berichtet.
- Aus Gelingen lernen
- Nicht nur fragen, warum etwas schiefging, sondern auch, warum es meistens gut geht. Und das Gute gezielt weitergeben.
Zwei Minuten, fünf Schritte
Wer nicht fährt, liest vor. Große Schrift, wenige Taps, ein Timer läuft mit. Gespeichert wird nur, was angetippt oder eingetragen wird.
Tippe links auf einen Schritt, um den Bildschirm zu sehen. Sechzehn Schlagworte in vier Bereichen, jeweils als „lief gut“ oder „besser machen“. Bei einigen klappt eine Auswahl auf, zum Beispiel welche Notaufnahme und ob es um Wartezeit oder den Übergabe-Ablauf ging. Freitext gibt es dort bewusst nicht.
Ein Hinweis für die nächste Besatzung
Die Fahrzeugübergabe klappt nicht immer persönlich. Was die nächste Besatzung wissen sollte, steht dann auf der Startseite der App.
Es gibt zwei Arten von Einträgen, die getrennt angezeigt werden: Lehren aus dem Debrief und Hinweise zum Fahrzeug. Beide ohne Datum und ohne Namen. Eine offizielle Mängelmeldung ersetzen die Hinweise nicht.
Kommen aus Schritt 4 des Debriefs. Fließen zusätzlich anonym in die Auswertung der Wache.
Bei Einsätzen im Gewerbegebiet die Zufahrt vorher mit der Leitstelle klären, das Navi führt an die Rückseite.
Voranmeldung im Schockraum früh absetzen, dann steht das Team beim Eintreffen bereit.
Werden direkt auf der Seite eingetragen. Nur für die Besatzungen, nicht in der Auswertung. Wird als erledigt markiert, sobald behoben.
Absaugpumpe lädt nur mit dem Kabel aus dem Fach links.
Was einer allein nicht sieht, sehen viele zusammen
Auf einem einzelnen RTW fällt ein Muster kaum auf. In der gemeinsamen Auswertung vieler Debriefs zeigt es sich, in beide Richtungen.
Die Auswertung ist mit einer PIN geschützt und gehört in die Wachenbesprechung: die drei größten Stärken, die drei wichtigsten Verbesserungsthemen, eine Maßnahme mit Zuständigkeit.
Beispieldaten: eine Wache, vier Wochen. Eine Einrichtung erscheint bei „besser machen“ erst ab drei Nennungen mit Namen.
Gutes übertragen
Mit einer Notaufnahme läuft die Übergabe immer reibungslos, mit einer anderen nicht. Was machen die einen anders, und lässt sich das übertragen? Gute Abläufe werden so bewusst weitergegeben statt zufällig.
Früh erkennen
Drei oder vier Fahrzeuge melden unabhängig voneinander dasselbe Problem. Die Wache kann handeln, bevor daraus ein kritisches Ereignis wird.
Fortbildung gezielt planen
Wird „Eigenschutz“ immer wieder genannt, weil er nicht umgesetzt wurde oder nicht umgesetzt werden konnte, wird er zum Fortbildungsthema. Die Auswertung liefert die Themen, der CRM-Workshop die Werkzeuge.
Ursachen statt Schuldige
Ein Pilot an einer Wache
Klein anfangen, ehrlich auswerten, dann entscheiden.
Abstimmen
Wachenleitung, Betriebs- oder Personalrat und Datenschutz früh einbinden. Kliniken und Leitstellen der Region eintragen.
Einweisen
Kurze Einweisung, gern im Rahmen einer CRM-Fortbildung. Die App kommt per MDM auf die Diensthandys.
Debriefen
Die Besatzungen nutzen Status 1 auf der Rückfahrt, so oft es passt.
Auswerten
Gemeinsam in der Wachenbesprechung: Was läuft gut, wo hakt es, welches Fortbildungsthema folgt daraus?
Technik: Status 1 ist eine Web-App, die auch offline funktioniert. Sie läuft auf iOS und Android, lässt sich wie eine App auf den Startbildschirm legen und über die Geräteverwaltung des Trägers verteilen. Im Pilot bleiben alle Daten auf dem jeweiligen Diensthandy.
Jede Wache hat ein eigenes Wachenkonto mit einem zufälligen Wachen-Code. Alle Fahrzeughandys werden einmal mit demselben Code verbunden. Der Server kann die Fahrzeuge deshalb nicht unterscheiden.
- LinkÜber die GeräteverwaltungDie IT verteilt die App mit dem Code im Link. Niemand muss etwas eintippen.
- QRQR-Code in der FahrzeughalleBeim ersten Start fragt die App „Mit Wache verbinden?“. Kamera drauf, fertig.
- K7P4Code eintippenIn den Einstellungen der App, geschützt durch die Wachen-PIN.
Die Handys können nur senden, nicht lesen. Die Auswertung sieht nur die Wachenleitung nach Anmeldung. Ist ein Code in falsche Hände geraten, erzeugt sie mit einem Klick einen neuen.
Human Factors und CRM für Rettungsdienst, Klinik und Feuerwehr
Was die Luftfahrt über Fehler, Kommunikation und Entscheidungen unter Druck gelernt hat, übertragen auf den Einsatzalltag. Praxisnah, mit Beispielen aus Luftrettung, Rettungsdienst und Feuerwehr.
Impulsvortrag
Warum Fehler passieren, was Teams sicher macht und was der Rettungsdienst von der Luftfahrt übernehmen kann. Für Wachenversammlungen, Fortbildungstage und Kliniken.
CRM-Workshop
Werkzeuge zum Mitnehmen: strukturiert entscheiden, Bedenken ansprechen, mit Stress umgehen. Mit Fallbeispielen und Übungen im Team.
Debrief einführen
Einweisung in Status 1 Debrief und Feedback-Regeln, Begleitung des Piloten und gemeinsame Auswertung nach vier Wochen.
- Situationsbewusstsein
- Entscheiden unter Druck
- Bedenken ansprechen
- Kommunikation und Übergabe
- Stress und Müdigkeit
- Fehlerkultur und Just Culture
- Threat and Error Management
- Führung im Team
- Eigenschutz
Die Auswertung aus Status 1 Debrief liefert die Themen. Das Training liefert die Werkzeuge.
Aus vier Welten der Sicherheit
Status 1 ist von Jonathan Ventur entwickelt. Als Pilot hat er erlebt, wie selbstverständlich Debriefing und Sicherheitskultur in der Luftfahrt sind. Im Rettungsdienst hat er gesehen, wie selten dafür Zeit bleibt.
Seit 2021 ausgebildeter CRM-Trainer nach EASA-Standard. Aus dieser Arbeit sind die Vorträge und Workshops von Status 1 Training entstanden.
Pilot, Vortrag oder Workshop anfragen
Fragen zu Status 1 Debrief, Interesse an einem Pilot an Ihrer Wache oder an einem Training: Schreiben Sie kurz, worum es geht.